DaZ-Zentrum

Die GMS Kellinghusen ist ein DaZ-Zentrum. Das bedeutet, dass wir Schülerinnen und Schüler aus der Region ohne Deutschkenntnisse bzw. mit wenig Deutschkenntnissen in Deutsch als Zweitsprache (DaZ) unterrichten. Derzeit gibt es zwei DaZ-Klassen mit Lernenden von 11 bis 18 Jahren.

Die große Heterogenität zeigt sich jedoch nicht nur im Alter der Schülerinnen und Schüler, sondern auch in ihren persönlichen Erfahrungen, den unterschiedlichsten Kulturkreisen, aus denen sie kommen und ihrem persönlichen Lernstand. So arbeiten wir mit Kindern, die noch nicht alphabetisiert wurden, da sie vorher nie eine Schule besuchten, aber auch mit solchen, die hochbegabt sind. Dadurch ist es erforderlich, alle Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern und zu fordern. Durch ehrenamtliche Helfer erhalten die DaZ-Lehrkräfte hilfreiche Unterstützung bei dieser unterrichtlichen Herausforderung. Dafür sind wir als Schule sehr dankbar.

SchülerInnen ohne Deutschkenntnisse werden zunächst ausschließlich in DaZ unterrichtet. Nach einiger Zeit nehmen sie dann auch an anderen Fächern (zum Beispiel Sport, Kunst oder Mathematik) teil, bis sie schließlich voll in eine Klasse integriert werden. Diese Schülerinnen und Schüler erhalten dann zwei Schulstunden in der Woche zusätzlich DaZ-Förderung.

Der Unterricht in der DaZ-Klasse zeichnet sich auch dadurch aus, dass die Klassenlehrkräfte ihre Klassen in der Regel in sehr vielen Stunden in der Woche unterrichten. Hierdurch werden andere pädagogische Spielräume möglich als in Regelklassen und es kommt zu einer intensiveren Bindung zwischen Lehrkräften und SchülerInnen.

Die Schülerinnen und Schüler kommen zu uns aus allen Teilen Europas und darüber hinaus. An der GMSmO Kellinghusen lernen und lernten bereits Jugendliche aus Griechenland, der Türkei, Bulgarien, Syrien, dem Irak, Polen und Thailand, um nur einige aufzuzählen. Diese Vielfalt der Herkunftsländer bereichert das Schulleben, kann aber auch herausfordernd sein. So unterscheiden sich einige Herkunftssprachen sehr in Aussprache und Grammatik vom Deutschen, was das Deutschlernen zusätzlich erschwert. In einigen Kulturkreisen gibt es ein anderes Frauenbild als bei uns, was zu Spannungen führen kann. Auch ethnische Vorurteile oder Glaubenskonflikte können auftreten.

Eine weitere Besonderheit ist, dass die DaZ-Lehrkräfte häufig mit traumatisierten Jugendlichen arbeiten, mit Kindern, die allein aus ihrem Heimatland fliehen mussten oder mit Eltern, die auch kein oder kaum Deutsch sprechen. Für die intensive und wichtige Zusammenarbeit mit den Eltern ist die Zusammenarbeit mit Dolmetschern erforderlich. Die DaZ-Lehrkräfte helfen auch bei Alltagsangelegenheiten, wie zum Beispiel, Briefe an Behörden zu schreiben.

Unser gemeinsames Ziel ist es, dass die Jugendlichen mit Migrationshintergrund an unserer Schule so gut Deutsch lernen, dass sie hier in Deutschland einen Schulabschluss machen und erfolgreich ins Arbeitsleben starten können.